Ausstellung über den Widerstandskämpfer Lothar König

Die ND-Stadtgruppe Stuttgart zeigt im Haus der katholischen Kirche Lebensstationen des Mannes, deren Namen sie sich gegeben hat

Lothar König SJ

Lothar König wurde am 3. Januar 1906 in Stuttgart geboren, wo er auch aufwuchs. Nach dem Ersten Weltkrieg war er als Schüler maßgeblich am Aufbau einer katholischen Jugendbewegung im neu gegründeten Schülerverband „Neudeutschland“ (ND) tätig, geführt von den seit 1920 in Stuttgart tätigen Jesuiten. Nach dem Abitur trat er in den Jesuitenorden ein, nach Abschluss seiner Studien und der Priesterweihe wurde er Professor für Kosmologie am Berchmanskolleg des Ordens in Pullach.

Die ab 1937/38 drohende Beschlagnahmung der Ordenshäuser durch die NSDAP brachte P. Lothar König als Bevollmächtigter seines Provinzials P. Augustin Rösch für das Berchmanskolleg in schwierige Verhandlungen über die Verwendung des Hauses im Kriegsfall. 1941 waren beide Patres im "Ausschuss für Ordensangelegenheiten" der Bischofskonferenz für den Erhalt der Orden und den stärkeren Einsatz der Bischöfe gegen den Nationalsozialismus tätig. Seit P. Rösch in Kontakt mit Helmuth James von Moltke gekommen war, arbeiteten die Jesuiten Rösch, Delp und König im Kreisauer Kreis mit.

Lothar König konnte sich nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verstecken und so die Naziherrschaft überleben. Schwer erkrankt starb er am 5. Mai 1946 in München.

Anlässlich seines 75. Todesjahres zeichnet die Ausstellung - realisiert von der ND-Stadtgruppe Lothar König - Stationen des Lebens dieses Stuttgarters nach. Der Konferenzraum im Erdgeschoss des HdKK trägt heute seinen Namen.

Die Ausstellung ist 4. September bis 2. Oktober 2021 zu sehen.

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