Gemeinsam Gesicht zeigen

Mitglieder der KAB unterstützen mit einer 36-Stunden-Aktion Pflegekräfte. Zudem steht ein "Pflegomat" für die Wahlentscheidung zur Verfügung

KAB-Aktive in Bietigheim; Bildquelle: KAB

Unter dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ hat die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) wieder ihre Mitmach-Aktion gestartet. Menschen jeden Alters, die sich für ein soziales Engagement begeistern, können dabei sein. Ganz gleich, ob sie eine, drei oder sechs Stunden Zeit dafür einbringen.

„Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit wollen wir die Politik mitgestalten, damit sie dem Menschen dient. In der Pandemie wurde uns allen bewusst wie wertvoll Pflegearbeit ist. Sei es auf Intensivstationen, in Pflegeheimen oder durch ambulante Dienste zu Hause. Zeitweise war die Rede davon, die Bundestagswahl 2021 müsse zu einer Wahl der Pflege werden. Mittlerweile ist es wieder sehr ruhig um die Pflege geworden“, erläutert KAB-Diözesansekretärin Svenja Gruß.

Deshalb hat die KAB Wahlprogramme auf die Pflegepolitik hin ausgewertet. „Was haben Parteien begriffen, aufgenommen, was wollen sie angehen?  Wie orientiere ich mich im Dickicht der Wahlversprechen? Wie kann ich Aussagen der Wahlprogramme bewerten? Was Wahlprogramme zur Pflegepolitik sagen haben wir an Hand unserer Erfahrungen, Fragen und Forderungen beleuchtet. Neun neuralgische Punkte wurden herausgefiltert und in Form eines ‚Wahlomats‘ für die Pflege, dem ‚KAB-Pflegomat‘, zur Verfügung gestellt“, so Gruß weiter. An den Aktionsständen der KAB komme der „Pflegomat“ zum Einsatz und kann auch unter www.kab-drs.de/aktionen/pflege/jetzthandeln besucht werden.

Mit der Kampagne macht die KAB im Vorfeld zur Bundestagwahl auf die zunehmende Belastung im Pflegebereich aufmerksam. Die im vergangenen Jahr gestartete Petition „Pflege braucht Zukunft“ hat mittlerweile über 47.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner und fordert ganz konkrete Verbesserungen in der Pflege. So bedarf es laut KAB im Arbeitszeitgesetz dringend verlässlicher Erholungsphasen – nach sieben Tagen Arbeit braucht es unbedingt zwei Tage frei. Um gute Tarife in der Pflege finanzieren zu können, müssen Beiträge nicht nur aus Löhnen, sondern solidarisch aus allen Einkunftsarten z.B. auch aus Aktiengewinnen generiert werden. Bei den vielfältigen Aktionen der 36-Stunden-Aktion vor Ort werden auch Unterschriften für die Petition gesammelt. „Denn echte Wertschätzung für unsere Pflegekräfte muss sich in guten Arbeitsbedingungen ausdrücken“, betont Maria Sinz, Sekretärin für Pflegepolitik.