Konsequenter gegen Judenhass vorgehen

Zum Anschlag auf die Synagoge in Halle erklären die Leiter des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim ZdK, Dagmar Mensink und Rabbiner Dr. Andreas Nachama:

„Wir sind entsetzt und erschüttert über den mörderischen Anschlag auf die Synagoge in Halle am gestrigen Jom Kippur mit der Tötung und Verletzung von Menschen aus Hass gegen Juden und gegen Frauen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Ermordeten und Verletzten, ihren Familien und Freunden. Und wir sind in Gedanken bei den Gemeindemitgliedern von Halle, die während ihres Gottesdienstes am Versöhnungstag nur knapp einer Katastrophe entgangen sind.

Dass eine solche Gewalt verbunden mit einer großen medialen Selbstinszenierung des Täters in Deutschland verübt werden konnte, macht uns fassungslos. Es ist zu wenig, dies als Tat eines Einzelnen zu betrachten. Weit verbreitete Verschwörungsphantasien und gemeinsam geteilter Hass gegen „die Juden“ im Netz und im Alltag bilden den Nährboden für diese menschenverachtende Gewalt.

Gegen Judenhass muss noch viel konsequenter vorgegangen werden als bisher. Christen haben hier eine besondere Verantwortung, denn sie kennen die Muster der alten Judenfeindschaft, die heute in neuen Gewändern wiederkehren.

Keiner darf einfach zusehen, dass Juden und Jüdinnen hierzulande bedroht werden, dass Hass und Hetze in der Gesellschaft Verbreitung finden. In der katholischen Kirche muss jeder und jede dazu beitragen, dass Juden und Jüdinnen in Deutschland sicher und ohne Angst leben können.“