Protest gegen Waffentechnikmesse ITEC in Stuttgart

Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart will keine Rüstungsmessen im Land

Mit einer öffentlichen Erklärung hat sich der Diözesanrat Rottenburg-Stuttgart in seiner Sitzung am Samstag im Kloster Schöntal gegen die Ausrichtung von Rüstungsmessen in Stuttgart ausgesprochen. Die Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Organisationen und Verbände unterstützten die Protestnote. Anlass ist die internationale Militär- und Waffentechnikmesse ITEC, die vom 15. bis 17. Mai in der Landesmesse Stuttgart stattfindet, nachdem vor vier Jahren in Köln die Proteste zu groß wurden.

"Wir sehen in dieser Messe einen Beitrag zur Schaffung von Fluchtursachen, zur Anwendung von Gewalt in Konflikten sowie zum Missbrauch von Ressourcen, die für Bildung und Entwicklung dringend notwendig wären", heißt es in der Stellungnahme, die die Katholikenvertretung verabschiedet hat. Die ITEC-Veranstalter werben mit dem hohen Anteil von militärischen Einkäufern und Entscheidungsträgern von Schwellenmärkten, so der Diözesanrat unter Berufung auf die ITEC-Website. Es sei ein Skandal, dass die Landesmesse Stuttgart der internationalen Waffenlobby eine Plattform biete. Die deutschen Bischöfe hätten schon im Jahr 2000 vor den fatalen Folgen immer perfekterer werdender Waffensysteme gewarnt, wie sie auf der ITEC angeboten werden. Deshalb fordert der Diözesanrat "vom Aufsichtsrat der Landesmesse Stuttgart, insbesondere von den Vertretern des Landes Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt, unsere Landesmesse nicht für die ITEC oder andere Rüstungs- und Waffenmessen zur Verfügung zu stellen".