„Schrei nach Hoffnung aus Palästina an die Christenheit weltweit“

pax christi veranstaltet Mahnwache

Im Blick auf die drohende Annexion von Teilen Palästinas wird pax christi Rottenburg-Stuttgart am Freitag, 26. Juni 2020 in der Zeit von 11-12 Uhr in Rottenburg beim Bischofspalais/Eugen-Bolz-Platz unter der Bischof Sproll Gedenktafel eine Mahnwache abhalten. pax christi unterstützt damit einen Aufruf des em. katholischen Patriarchen von Jerusalem Dr. Michel Sabbah und des internationalen Kairos-Netzwerks, an vielen Orten Deutschlands zu Mahnwachen zusammenzukommen. Christ*innen versammeln sich an über 20 Orten vor den Sitzen ihrer Bischöfe und Bischöfinnen, Präsides und Kirchenpräsidenten - u.a. in Rottenburg, Dresden, Hannover, München, Stuttgart, Karlsruhe, Bonn, Düsseldorf, Bielefeld, Bremen, Hamburg, Berlin und Schwerin. Anlass ist die Übergabe eines Briefs der Kirchen in Palästina und des Netzwerks Globaler Kairos für Gerechtigkeit an die Kirchen weltweit. Der Aufruf ist an die weltweite Christenheit gerichtet und wird in allen Kontinenten zum 1.7.2020 veröffentlicht. Er trägt den Titel: „Schrei nach Hoffnung: Aufruf zur Entscheidung und zum Handeln. Wir können nicht Gott dienen und gleichzeitig zur Unterdrückung der Palästinenser schweigen!“

Kirchen weltweit sollen sich zu folgenden Aktionen verpflichten:

- Prozesse auf lokaler, konfessioneller und ökumenischer Ebene initiieren, um die dringende Pflicht zum Handeln angesichts der Entrechtung der Palästinenser*innen zu erkennen.
- Prophetisch zu einer inklusiven Vision des Landes für Israelis und Palästinenser aufzurufen.
- Das palästinensische Recht zum Widerstand gegen die Besatzung,    Enteignung und Entzug ihrer Grundrechte zu bekräftigen und an die Seite der Palästinenser*innen in ihrem kreativen und gewaltfreien Widerstand zu treten.
- Die Regierungen und internationalen Institutionen aufzufordern, politische, diplomatische und wirtschaftliche Mittel einzusetzen, um Israels Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts zu beenden.
- Dem Antisemitismus durch Arbeit für Gerechtigkeit und gegen Antijudaismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ebenso wie der Gleichsetzung von Kritik am Unrechthandeln des Staates Israel mit Antisemitismus entgegenzutreten.
- Gemeinsame Initiativen von Israelis und Palästinensern sowie interreligiöse Partnerschaften zu unterstützen, die gegen Apartheid und Besatzung kämpfen.
- „Kommt und seht“ die Realität im Heiligen Land mit Mitgefühl für die Leiden der Palästinenser*innen sehen. Solidarität üben mit Basisinitiativen in allen Glaubensgemeinschaften und säkularen Gruppen, die der Besatzung den Kampf ansagen und für gerechten Frieden arbeiten.

Die Mahnwachen verfolgen das Ziel, dass der „Schrei nach Hoffnung“ die Öffentlichkeit auf diese Forderungen aufmerksam macht und kirchliche Synoden, Kirchenvorstände und Gemeinden erreicht. Die Zeit bloßer Worte gegen die Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen durch den Staat Israel und die geplante Annexion von Teilen der Westbank sei vorbei. Veranstaltet werden die Mahnwachen vom Kairos-Palästina-Solidaritäts-Netz Deutschland und zahlreichen lokalen Initiativen.