SkF feiert sein 120-jähriges Bestehen

Reformen in der Kirche gefordert

Vor 120 Jahren gründete die Dortmunderin Agnes Neuhaus den Verein Vom guten Hirten, den Vorgänger des Sozialdienstes Katholischer Frauen e. V. (SkF). Und vor 100 Jahren wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt. Beides war ein Gewinn für Frauen. Nicht nur deshalb stand die Jubiläumsfeier des SkF am 19. September in Berlin unter dem Motto „Frauen.Gewinnen“. Fast 100 Vertreterinnen und Vertreter aus den 138 SkF Ortsvereinen, anderen sozialen und kirchlichen Verbänden und der Politik waren in die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin gekommen. Die Jubiläumsfeier beleuchtete die Entwicklung der Frauenrechte und schlug über aktuelle Herausforderungen im SkF den Bogen in die Zukunft. Eine klare Position bezog der Verein bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauches in der katholischen Kirche. Hildegard Eckert, Bundesvorsitzende des SkF: „Es ist notwendig, dass die Kirche sich reformiert und die Lebenswirklichkeiten der Gläubigen zum Maßstab ihrer Lehre macht. Die Zeit ist reif, für Frauen in kirchlichen Ämtern, für mehr tatsächliche Beteiligung von Laien und für eine menschengerechte heutige Sexualmoral.“
Der SkF ist getragen von dem Prinzip Frauen zu gewinnen, die sich tatkräftig engagieren, damit Frauen und ihre Familien in Not- und Krisensituationen Perspektiven gewinnen. Daran hat sich seit den Zeiten der Gründung nichts geändert; wohl aber die gesellschaftlichen Umstände, so Dr. Annette von Alemann, Soziologin an der Universität Duisburg-Essen in ihrem Festvortrag. Individualisierung, Professionalisierung, Digitalisierung und Rechtspopulismus haben unsere Gesellschaft deutlich verändert. 
Hildegard Eckert dankte den Netzwerk- und Kooperationspartnern des SkF und erinnerte an das Leitwort von Agnes Neuhaus: „Es gibt so viel zu helfen und zu machen, wenn es nur jemanden gibt, der es tut“.