„Synodaler Weg: Die Reformer*innen stärken!“

Der Kirchenpolitische Ausschuss der ako sieht die Gläubigen im Zentrum des Prozesses

Die Vertreter*innen katholischer Organisationen und Verbände in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (ako) stellen sich im begonnen Prozess des Synodalen Weges klar und deutlich an die Seite der Reformer*innen. Anlässlich der jüngsten Äußerungen von Kurienkardinal Müller und Kardinal Woelki macht der kirchenpolitische Ausschuss der ako zudem unmissverständlich klar: Der Synodale Weg ist als offener Diskurs angelegt, in dem Menschen, denen katholischer Glaube und die Kirche am Herzen liegt, die Gelegenheit haben sollten, ihre Argumente, Bedürfnisse und Gefühle einzubringen. Allen Versuchen, diesen Diskussionsprozess autoritativ einzuschränken, gar Teilnehmer*innen ohne Weiheamt die Legitimität abzusprechen, treten wir entschlossen entgegen. Darüber hinaus verstehen wir geschichtsvergessene Einlassungen, etwa Kardinal Müllers Vergleich des Synodalen Weges mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis, als völlig entrückt und in höchstem Maße kontraproduktiv.

Katholische Organisationen und Verbände gehen den Synodalen Weg mit eigenen Vertreter*innen in den Synodalversammlungen konstruktiv mit. „Dabei ist es wichtig, Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen. Es geht durchaus auch darum, zunächst in einem guten Geist miteinander zu streiten, um dann gemeinsam ins Handeln zu kommen.“ so Richard Bösch, Mitglied des kirchenpolitischen Ausschusses der ako und Geschäftsführer von pax christi. Die in der ako zusammengeschlossenen katholischen Verbände und Organisationen sind von ehrenamtlichem Engagement getragen, orientieren sich an der Lebenswelt der Menschen, übernehmen Verantwortung in Kirche und Gesellschaft und basieren seit jeher auf demokratischer Legitimation – in der Tat ergibt sich daraus ein Widerspruch zu jenen Stimmen, die sich selbst als „Bewahrer einer 2.000 Jahre alten Tradition“ inszenieren, wie dies etwa Kardinal Woelki tut.

„Der Sinn des Synodalen Wegs besteht nicht in der bloßen ‚Beteiligung des Gottesvolkes‘ am Reformprozess der Kirche. Die Gläubigen selbst sind das Zentrum dieses Prozesses“, so Mechthild Foldenauer, Mitglied im kirchenpolitischen Ausschuss und Geschäftsführerin beim DJK-Sportverband. Einmal mehr betonen die Verbandsvertreter*innen damit das zentrale Grundprinzip der Partizipation: Eine für den Glauben begeisternde, zuversichtliche und vertrauenschenkende Kirche zeigt sich nicht in einer vermeintlich theologisch begründbaren Hierarchie des Wissens oder der Ämter, sondern vielmehr in einer Kirche, die aus der Mitte der Gläubigen getragen wird und damit aus sich selbst heraus nahe am Menschen ist.

Die katholischen Verbände und Organisationen laden daher alle ein, die Reformer*innen im Rahmen des Synodalen Wegs zu unterstützen, gemeinsam Vorbehalte und Ängste vor neuen Wegen zu überwinden und die Chance zu nutzen, das kirchliche Leben im Geiste Jesu zu enthierarchisieren und zu dezentralisieren. Denn die katholische Kirche weltweit ist vor allem eines: eine bunte Kirche, die dem Prinzip Einheit in der Vielheit folgt.