Über 110.000 Unterschriften für einen fairen Handel mit Ostafrika

Übergabe der Unterschriften an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

v.li.n.re.: Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär, Peter Niedergesäss, KAB-Diözesansekretär, Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister und Susanne Lutz (KAB Referentin); Bildquelle: KAB

Mit über 110.000 Unterschriften aus Uganda und Deutschland spricht sich die KAB Deutschlands und die ugandische Partnerbewegung gegen das sogenannte EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit den ostafrikanischen Ländern aus. 
Bei der Übergabe der Petition im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Enwicklung am 1. April in Berlin kritisierte KAB-Diözesansekretär und Afrika-Experte Peter Niedergesäss die Öffnung der afrikanischen Märkte für subventionierte EU-Landwirtschaftsprodukte.  „Afrika braucht einen Binnenmarkt und eine eigene wirtschaftliche Entwicklung,“ forderte Niedergesäss von Entwicklungs-minister Gerd Müller. „Ansonsten sind immer mehr Menschen gezwungen, die Flucht vor Hunger und Elend anzutreten!“

Entwicklungsminister Müller verwies auf die aktuell verabschiedeten Afrika-Leitlinien, die das Auswärtige Amt mit dem Kabinett verabschiedet hat. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass sich Afrika selbst versorgen kann. Das Potential, das Wissen und die Technologie sind vorhanden. Wir brauchen in den Dörfern bessere Anbaumethoden, eine funktionierende Energieversorgung, angepasste Erntemaschinen, damit afrikanische Produkte was Preis und Qualität angeht international mithalten können. Das würde auch den Handel zwischen den afrikanischen Ländern beleben“, erklärte Müller. 
Afrika-Experte Niedergesäss zeigte sich dennoch skeptisch. „Die Afrika-Leitlinien der Bundesregierung stehen im direkten Gegensatz zu den unfairen EU-Freihandelsabkommen, die die afrikanischen Märkte gefährden“. So werde in Kamerun der Joghurt mit EU-subventioniertem Milchpulver billiger produziert, als mit der heimischen Milch und in Ghana zerstörten die subventionierte EU-Hähnchenflügel den lokalen Geflügel-Markt. 

Die KAB will die Kampagne „Fluchtursachen bekämpfen – Faire Handelsverträge mit Ostafrika“ fortsetzen. „Wir fordern nach wie vor den Stopp des unfairen Handelsvertrags und werden nach den Europawahlen das Gespräch mit dem neuen Handelskommissar und Parlamentsausschuss suchen“, betonte Niedergesäss.

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